Hallo
Hast du dich schon einmal gefragt, warum es in Deutschland so viele verschiedene Aufkleber, Logos und Vorschriften gibt? Mal ist die Rede von staatlichen Gesetzen, mal von der Berufsgenossenschaft (BG). Das liegt daran, dass unser Arbeitsschutz auf zwei starken Säulen steht. Man nennt das Duale System des Arbeitsschutzes .
In dieser Lektion schauen wir uns an, was dieses System für dich bedeutet und warum es eigentlich ein genialer Sicherheits-Check ist, dass es zwei verschiedene Institutionen gibt, die über dich und deine Gesundheit wachen.
1. Was bedeutet eigentlich „Dual“?
„Dual“ heißt einfach nur „doppelt“. Stell dir vor, du baust ein Haus und hast zwei unabhängige Prüfer: Einen vom Bauamt (Staat) und einen von der Versicherung. Beide wollen, dass das Haus sicher ist, aber sie schauen aus unterschiedlichen Blickwinkeln darauf.
In Deutschland teilen Sie sich diese Aufgabe:
- Der Staat (mit seinen Gesetzen und Verordnungen).
- Die Unfallversicherungsträger (die Berufsgenossenschaften).
2. Die erste Säule: Der Staat (Die Pflicht)
Der Staat erlässt Gesetze, die für alle gelten. Das Ziel des Staates ist der soziale Arbeitsschutz. Es wird sichergestellt, dass kein Bürger bei der Arbeit ausgebeutet oder gefährdet wird.
- Wer hat das getestet? Das sind die Ämter für Arbeitsschutz oder die Gewerbeaufsichtsämter.
- Was ist die Basis? Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und Verordnungen wie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).
Wenn der staatliche Kontrolleur kommt, prüft er, ob die grundlegenden Gesetze eingehalten werden. Er ist quasi der Schiedsrichter, der darauf achtet, dass die Spielregeln des Staates eingehalten werden.
3. Die zweite Säule: Die Berufsgenossenschaften (Die Praxis)
Hier wird es für dich im Alltag oft konkreter. Die Berufsgenossenschaften (BG) sind die gesetzlichen Unfallversicherer. Dein Arbeitgeber zahlt Beiträge an die BG, damit du versichert bist, falls doch mal etwas passiert.
Die BG hat ein massives Interesse daran, dass du gesund bleibst – denn Unfälle sind teuer und tragisch. Deshalb erlässt sie eigene Vorschriften, die DGUV Vorschriften .
- Wer hat das getestet? Die Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaft (früher hießen sie „Technische Aufsichtsbeamte“).
- Was ist die Basis? Fachspezifische Regeln wie die DGUV Vorschrift 3 (Elektrische Anlagen).
Die BG-Leute sind oft sehr praxisnah. Sie kommen aus der Branche und wissen genau, wo in einem Betrieb wie Ihrem die typischen Stolperfallen lauern.
4. Warum ist das für dich als EUP wichtig?
Vielleicht denkst du jetzt: „Zwei Prüfer? Das ist doch doppelt so viel Stress!“ Aber für dich als [Benutzername] ist es ein großer Vorteil. Dieses duale System sorgt für eine extrem hohe Sicherheit. Wenn die staatliche Regelung vielleicht etwas allgemein bleibt („Arbeitsmittel müssen sicher sein“), wird die Berufsgenossenschaft in ihren Vorschriften ganz konkret („Elektrische Handgeräte müssen alle 6 bis 24 Monate geprüft werden“).
Diese Konkretheit gibt dir Sicherheit in deiner Argumentation . Wenn du merkst, dass etwas nicht stimmt, hast du zwei starke Partner im Rücken: Das Gesetz und die Berufsgenossenschaft.
Ein Praxisbeispiel mit Jens: Der Besuch vom Prüfer
Stell dir vor, Jens ist gerade dabei, die Prüfplaketten an den Kaffeemaschinen in der Kantine zu kontrollieren. Ein Prüfer der Berufsgenossenschaft kommt vorbei.
Der Prüfer fragt Jens: „Sagen Sie mal, nach welcher Vorgabe prüfen Sie hier eigentlich?“
Jens gerät nicht in Panik. Er weiß jetzt:
- Er arbeitet auf Grundlage der staatlichen Betriebssicherheitsverordnung .
- Und er hält sich an die fachspezifische DGUV Vorschrift 3 .
Der Prüfer ist zufrieden, weil er sieht: Jens versteht, dass er Teil eines großen Sicherheitssystems ist. Jens weiß, dass die Berufsgenossenschaft nicht sein „Feind“ ist, der Fehler sucht, sondern sein „Partner“, der dafür sorgt, dass die Versicherung im Ernstfall auch wirklich zahlt.
5. Das Zusammenspiel: Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA)
Damit Staat und Berufsgenossenschaften nicht völlig aneinander vorbeiarbeiten, gibt es die GDA. Hier setzen sie sich an einen Tisch und schließen gemeinsame Ziele – zum Beispiel: „Wir wollen die Zahl der Stromunfälle in den zwei nächsten Jahren um 10 % senken.“
Das bedeutet für dich: Die Regeln werden immer klarer und einheitlicher. Du musst kein Jura-Studium absolvieren, um zu wissen, was richtig ist, denn beide Seiten ziehen am gleichen Strang.
